Durchschnittsverbrauch:

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Momentaner Verbrauch meines Dicken

Donnerstag, 6. Juni 2013

Death in June

Death in June, so lautet nicht nur der Name einer von mir zumindest musikalisch hochgeschätzten Band (über alles andere kann man streiten), sondern wohl auch das Motto meiner Tour am Sonntag. Nein, keine Sorge, der Dicke lebt noch und erfreut sich bester Gesundheit. Aber alles der Reihe nach.

Es sollte zum Turnier unserer jüngeren Fußballmädels nach Mönchengladbach-Rheindahlen gehen. Ne gute Möglichkeit, um mal meinen Chefsessel (Campingstuhl) zu testen. Also hab ich am Samstag mal eine Probeverzurrung gemacht. Irgendwie muss mir noch was einfallen. Die Packerei dahinten auf dem Sozius geht irgendwie gar nicht klar. Die Griffe sind superstabil, aber auch zu dick für die Haken von den Gummis, hinten an den Gepäckträger kommt man durch die Rückenlehne nicht richtig dran, und durch die nach vorne in nem Bogen verlaufenden Griffe hängt alles, was breiter als n Hintern ist, nicht nur in der Luft, sondern fitscht auch erstmal hin und her. Möglicherweise steht hier mal ne Umbaumaßnahme an, aber auf jeden Fall brauch ich noch anderes Verzurrmaterial. Somit hab ich dann beschlossen, Chefsessel erstmal zuhause zu lassen.

Turnierbeginn war 9:30. Das wollte ich mir nicht antun, da ja ca. 2 Stunden Fahrt vor mir lagen, so dachte ich vorher zumindest. Zweites Spiel um 10:45 fand ich realistisch. Für 7:30 Wecker gestellt und erstmal verpennt. Okay, somit wäre das dritte Spiel gegen den 1.FC Köln um 12 das Ziel gewesen. Ich kam dann auch pünktlich weg und gut voran.

Die Route ging durch den Wuppertaler Norden über den Westfalenweg und den Oberdüsseler Weg Richtung Wülfrath. Auf dem Rückweg bin ich ne etwas andere Route aber auch durch die Gegend gefahren. Sehr schön da, um kleine Nebenstrecken zu erkunden. Auch landschaftlich ist es dort reizvoll. Für nen kleinen Nachmittagsausflug geht die Ecke immer klar.
Durch Wülfrath durch, nach Mettmann rein. In Mettmann dann nicht weiter über die B7, sondern ich bin dann ins Neandertal abgebogen. So ne weltberühmte Ecke und ich war da jetzt das erste Mal in meinem ganzen Leben. Aber das wird nicht das letzte Mal gewesen sein. Die Strecke ist toll. Viele Kurven, in nem Tal gelegen (ach was, und das bei dem Namen) und zwischendrin gibts immer mal wieder was zu gucken und am Ende sogar noch einen Biker-Treff. Bin ich zwar nicht so großer Fan von, aber das muss jeder selbst wissen.

Dann gings weiter durch Erkrath und nach Düsseldorf rein. Bis dahin ging auch wirklich alles sehr zügig. Und dann an der Kreuzung am Ratinger Tor blockieren auf einmal Jungs von der Rennleitung mit ihren Mopetts die Kreuzung. Brav warten und irgendwann wirds schon weitergehen. Man konnte erstmal nix sehen, was da war. Nach 2 Minuten Warterei kam dann der Grund ins Bild. Ein nicht enden wollender Tross von in einheitlichen Shirts gekleideten Fahrradfahrern schob sich Richtung Rheinbrücke vorbei. Und immer wenn man meinte, das wärs jetzt gewesen, kamen immer noch mal ein paar Nachzügler hinterher. Die haben das wahnwitzige Tempo von vielleicht 10 einfach nicht halten können. Grrrrrr......
Gut, irgendwann gings dann doch weiter, aber leider hinter diesem Tross hinterher. Mit dem Fahrrad fährt man bei dem Tempo noch gut geradeaus, aber mit meiner schweren Knötterkiste gestaltete sich das schwierig. War das ne Eierei. Und das nahm auch kein Ende. Was immer auch Sinn dieser Prozession sein sollte, sie führte über die gesamte Rheinbrücke und dann weiter geradeaus durch Oberkassel. Erst nach knapp 2,5 km konnte ich meinen Weg mehr oder weniger ungehindert fortsetzen. Für die Strecke, die normal locker in 3 min zu schaffen sein sollte, hab ich fast 20 gebraucht. Damit war schon fast klar, mit dem Köln-Spiel und mir, das wird wohl nix. 

Irgendwo im Verlauf des weiteren Weges, nachdem ich vergeblich auf ne Ansage der freundlichen Dame aus dem Knopf im Ohr gewartet hab, wurde mir die Wegeführung immer suspekter. Und ich hielt an, um das mal genauer zu untersuchen. Und was war? Laut Navi-App (CoPilot) stand ich immer noch auf der Rheinbrücke. Dem blöden Ding ging das auch wohl nicht schnell genug und es hat sich mal schlafen gelegt. 
Nun denn, nix passiert, so weit war ich nicht vom Weg ab. Nur jetzt wurds halt gefährlich, weil ich mich ab da nicht mehr auskannte. Irgendwie gings dann Richtung Kaarst, aber schon wieder ne komische Routenführung. Und ja, ein zweiter Absturz. Also hab ich mal das ganze Handy neugestartet, in der Hoffnung, daß es dann besser wird. 
Auf verschlungenen Pfaden gings dann irgendwie näher Richtung Mönchengladbach. Aber durch die ganzen Umwege und Navi-Neustarts wars dann schon weit nach 12. Das wars dann endgültig mit den Kölner Mädels. Mist.

Die weitere Strecke kann ich leider nicht mehr so genau nachvollziehen. Ein paar Wegpunkte wüsste ich noch, aber das war so ein Rumgegurke, durch das mich das Navi gelotst hat, daß ich einfach keine komplette Route mehr zusammen bekomme. Die Strecke war auch insgesamt wenig unterhaltsam. Plattes Land und immer geradeaus. Ähnlich wie auf der Tour Richtung Wessum, nur mit kürzeren Distanzen zwischen den Dörfern.

Ja... und weils so schön war, gabs dann den letzten Einfrierer des Navis noch oben drauf. Ich sollte irgendwo links abbiegen. Ging aber nicht wegen Baustelle. Also bin ich den Umleitungsschildern gefolgt. Aber irgendwie hat sich da einer nen Scherz erlaubt und die Umleitung irgendwo enden lassen, ohne daß man auf der Straße war, wo man eigentlich hin wollte. Und was sagt das Navi? Nix. Also weiter geradeaus. Dann fiel mir aber auf, daß ich Richtung Osten fuhr, was aber sowas von gar nicht sein konnte. Jo, und das wars dann endgültig mit der Navi-App. Wieder eingefroren und diesmal hab ich sie nicht neugestartet. Tod im Juni? Noch nicht, aber fast. Ich hab mich dann von der Google Navi-App leiten lassen. Damit gings dann problemlos. Das sollte aber auch noch Folgen haben.

Eine Stunde nach berechneter Ankunft und mit 15km mehr auf dem Tacho als geplant traf ich dann doch noch ein. Zwei Spiele sollte ich noch sehen. Aber genau wie mein Navi, waren die Mädels bei den Matches etwas schläfrig. Klar besser als die Gegner, aber ohne Zug zum Tor, so daß beide Spiele 0:0 ausgingen. Angeblich sollen sie vorher viel besser gespielt haben. 

Schlauerweise hatte ich die Datenverbindung vom Handy bei Ankunft nicht ausgemacht. Als ich dann wieder los wollte Richtung Düsseldorf, um dort mit ner Freundin ne Videonacht zu machen, hatte ich noch 15% Akkukapazität. Und noch intelligenter wars, daß ich auch das Ladekabel vergessen hatte. Adapter und Steckdose im Helmfach, aber kein Kabel. Saublöd.
Also Blindflug Richtung Düsseldorf. Sehr schnell war Neuss ausgeschildert. Dann auch Düsseldorf und irgendwie war ich dann auch schon auf der anderen Rheinseite. An der Uni wollte ich dann die Schnellstraße vermeiden, was auch klappte und bin abgebogen. Nur wusste ich dann nicht mehr weiter. Kurz das Handy rausgeholt.... Schock schwere Not, noch 2% Akku! Es kam dann nicht einmal mehr zur Berechnung der Route, und das Handy fuhr sich runter. Death in June.
Ich bin dann irgendwie weitergefahren durch Stadtteile, die ich nicht mal vom Namen her kannte. Zum Glück kam dann ein Taxistand und ich hab nen Fahrer gefragt, wies weitergehen könnte. So weit war ich gar nicht mehr weg. In einem früheren Leben muss ich wohl mal Schwalbe gewesen sein. Orientierungssinn ausgeprägt vorhanden.

Am nächsten Tag bin ich dann ganz ohne Navi nach Hause. Wieder durchs Neandertal und hinter Wülfrath frei Schnauze. Das erwähnte ich ja schon, daß das ne feine Ecke ist. Da war ich froh, daß ich nen selbstgewählten Weg eingeschlagen bin. Navis sind ne feine Sache, aber manchmal gehts halt auch ohne besser, vor allem wenn sie unterwegs sterben.

Heute hab ich übrigens die App beerdigt. Die Testphase war rum und die von mir benötigten Funktionen Sprachausgabe und Routenimport hätten über 20 Eumel gekostet. Hätte ich ja ausgegeben, denn eigentlich ist CoPilot ein sehr ausgefuchstes Progrämmchen, aber leider für den Preis viel zu buggy. Sie liegt nun im Datennirvana an einem sonnigen Platz und wird von mir irgendwann mal besucht werden. Vielleicht gibts bei einem Update (App, OS oder Hardware) mal nen Wiederbelebungsversuch. Schlecht war sie ja nicht, die tote App.

Ach ja, und weiß jemand, was das für ne Fahrradprozession war? Den Initiator würde ich gerne mal mit meiner toten Navi-App losschicken. Möglichst weit weg und so, daß er nicht mehr wieder kommt.....

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