Jetzt lieg ich hier tatsächlich in Wessum bei Ahaus auf der Luftmatratze und Rinkidinkidu steht vor der Tür. Wessum ist das Ziel der Pfingstfahrt meiner Fußballmädels. Freitag Anfahrt, Samstag Turnier, Sonntag Rückfahrt. Schlafen in einem Jugendheim auf Luftmatratzen.
Wettermäßig war die Fahrt so gerade eben noch okay. Freitag um 17 Uhr in Wuppertal los bei fiesem Nieselregen, der durch alles durchgeht, leider vor allem auch durch die Handschuhe. Mit warmen Pfoten wars das dann für die restliche Strecke. Es war insgesamt sowieso arschkalt, wobei es wenigstens ab Km 10 trocken war. Bei der Kleidung/Handschuhen werd ich wohl noch nachbessern müssen. Bei zweistelligen Temperaturen am Ende durchgefroren zu sein, ist wohl nicht der Bringer. Und jetzt bin ich müde, weil nicht nur das Turnier anstrengend war, sondern auch die Nacht vorher. Wir saßen mit den Eltern noch bis 1 Uhr und sind beinahe der Trunksucht verfallen. Heute morgen um 7 war dann dank der freundlichen Kinder die Nacht vorbei. Gute Nacht.
Sonntag Nacht:
Mehr zur Fahrt:
Die Fahrt ging erst den üblichen Weg raus Richtung Herzkamp. Da weiter geradeaus durch das Felderbachtal. Hier wurds langsam trocken. Die Straße war aber erstmal noch nass. Zusammen mit den Kurven und dem Zustand der Straße hat das meinem fahrerischen Können angemessen, teilweise kaum mehr als Schrittempo ermöglicht. Der Weg an sich ist toll. Die Landschaft ist n Hammer, die Streckenführung schön kurvig. Aber kann sich noch wer an früher an die Autotests im TV erinnern? Dort ist man doch immer auf die "Marterstrecke gegangen. Ungefähr so muss man sich aber den Zustand der Straße auf der ersten Hälfte vorstellen. Die zweite Hälfte ist dann gut asphaltiert und dann machts auch richtig Spaß.
Weiter durch Nierenhof, rüber nach Kupferdreh. Die Strecke ist auch nett. Werd ich wohl noch häufiger fahren. Das ist ja auch der Weg nach Haus Scheppen, diesem Bikertreff.
Dann durch Essen durch... naja. Muss halt. Wenn man nach Norden will, gehts nicht anders als irgendwie durch die Ruhrpottstätte durch. Das Problem war dann das Navi. Ich hatte nen Knopf im Ohr und mich vom eingebauten Google Navi Dings auf dem Handy leiten lassen. Natürlich hab ich die Einstellung "Autobahnen vermeiden" ausgewählt. So wies aussieht, vermeidet der aber nur als Autobahn ausgezeichnete Straßen, keine Bundesstraßen, die plötzlich zu autobahnähnlichen Kraftfahrstraßen werden. Aus Essen raus führ ich mit Schwung auf ne Kreuzung zu, das Navi fand das auch okay, daß ich geradeaus weiterfuhr, aber dann sah ich auf einmal hinter der Kreuzung dieses dusslige Schild:
Schnell noch rechts ab und schwupp war ich in ner 30 Zone und das Navi wollte mich wieder zurück lotsen. Also einige hundert Meter Blindflug, bis das Navi dann bemerkte, daß man auch woanders her kann. Auch ein Punkt, wo ich nachbessern muss. Gibts irgendeine Navi-App (Android), die preiswert ist und solche Schilder vermeidet?
Der Weg, der auf der Karte eingezeichnet ist, ist aber nicht der, den ich gefahren bin, sondern der, den ich beim nächsten Mal fahren würde. So sollte es keine Probleme geben. Was aber trotzdem nicht schön ist, ist die B224. Baulich wie ne Autobahn und so fühlt man sich auch, weil die um einen rum alle fahren wie die Geisteskranken, trotz Tempolimits.
Ab Gladbeck wurds dann aber geschmeidiger. Die Ortsdurchfahrten (Gladbeck, Dorsten) waren auch nicht gerade toll, aber so ist das, wenn man auf schnellstem Wege zu einem bestimmten Ziel will.
Hinter Dorsten gings dann aber ab. Flache Strecke, schnurstracks geradeaus, gut ausgebaute Straßen mit nem breiten Seitenstreifen als Notfallpuffer, den ich aber nie benötigte. Ich fühlte mich teilweise, als ob ich alleine wäre. Kalt war mir ja eh schon und durch die nun deutlich höhere Reisegeschwindigkeit, fror ich dann so richtig durch. Durch die Bewölkung und die zwar schöne, aber langweilige Gegend, wurd mir nicht mal warm ums Herz. Und was ganz schön heftig ist, ist, wenn die Dame im Ohr sagt, daß man jetzt der Straße 21km folgen soll. In so ner Gegend ist das tödlich. Ich habs geschafft, freu mich aber schon auf meine Sauerlandtour.
Strecke insgesamt waren ca. 120km in 2 1/2 Stunden (das ist ein 48er Schnitt mit ner 45er !!!). Als ich auf den Hof unserer Herberge fuhr, waren die Eltern meiner Fußballkids aber auch noch am ausladen. Die haben sich alle schwer gewundert, als sie das grüne Nummernschild sahen und mich für komplett durchgeknallt gehalten. Passt aber.
Heute der Rückweg. Wetter war diesmal angenehm sonnig, allerdings mit nem recht kalten Wind. Dennoch wars angenehm warm unterwegs. Genau richtig. Diesmal bin ichs vom Tempo her etwas ruhiger angegangen. 3 Stunden hats gedauert. Das lag aber auch am Tanken und unterwegs musste ich dann zum ersten Mal auch Öl nachkippen. Ich hatte ja das gute Vollsynthetische dabei und kaum war das drin, lief der Motor meiner Meinung nach viel ruhiger. Ich glaub, ich bleib auch dabei. Es scheint dem Dicken zu munden. Verbrauch übrigens 3,2 l Super. Bei der Fahrweise am Freitag kann sich das absolut sehen lassen.
Sehenswert war die Vorbeifahrt an der Maschinenhalle Zweckel in Gladbeck. Ein riesiges Gebäude einer ehemaligen Zeche, die in einem kleinen Waldstück steht, und in der mittlerweile Kulturveranstaltungen stattfinden. Ich war sehr beeindruckt und werd mir die bei Gelegenheit mal näher anschauen.
In Essen bin ich beim ersten Auftauchen eines Schildes "Altenessen" links ab, um die schreckliche B224 zu verlassen. Dann durch bis Kupferdreh, Nierenhof und diesmal nach den Erfahrungen der Hinfahrt nicht durchs Felderbachtal sondern durchs Wodantal. Da hab ich dann wieder so richtig auf die Tube gedrückt und bin zum ersten Mal langgezogene Kurven mit Topspeed gefahren. Macht auch Spaß, aber ich bin echt froh, daß ich keine 100 PS unterm Hintern hab. Das halte ich auf nem Zweirad nach wie vor für total bekloppt. 125er wären wohl noch okay, aber dickere Maschinen braucht kein Mensch. Ich hab nach wie vor keine selbstmörderischen Tendenzen.
Insgesamt hat sich der Ausflug mit dem Mopett aber gelohnt. Hat Spaß gemacht, ich bekomme langsam ein richtig gutes, sicheres Gefühl beim Fahren. Und meine Mädels haben am Samstag auch super gespielt und waren sogar in einem Match gegen die Mädels von TSG Hoffenheim das klar dominierende Team. In zwei Wochen steht ein Turnier der Jüngeren in Mönchengladbach an. Da werd ich dann auch wieder hin. Mal gucken, vielleicht bei gutem Wetter ja dann auch schon mit Zelt.
Tagesleistung: 2 x ca. 120km
Karte (Rückweg): http://goo.gl/maps/Pn1HD
Nur die harten kommen in den Garten. ;o))
AntwortenLöschenDa hast Du ja gleich mal richtig Rollerluft schnuppern können. Rollern bei Regen macht nicht wirklich Spaß!
Ein kleiner Tip: Es gibt auf der Tanke oft Plastikhandschuhe für die Leute die Diesel tanken. Diese Handschuhe drüber gezogen halten die Hände trocken und warm. Die Dinger halten leider nicht lange aber für einmal sind die OK.
Allzeit eine Handbreit Luft um Dich herrum.
Mit plötzlich auftauchenden Kraftfahrstrassen wirst du wohl auch zukünftig leben müssen.
AntwortenLöschenSoweit ich informiert bin,gibts da navitechnisch gar nix um Kraftfahrstrassen zu umgehen.
Der Grand Dink soll in punkto Öl ja kein Kostverächter sein (Scooter und Sport 3/2005 gibt im Test einen Verbrauch von 1,12 Liter/1000km an).
Angesichts dessen,würde ich bei jedem Tankvorgang zu einer Sichtprofung des Ölstandes raten.
In meinem ehemaligen 2Takter Honda Bali gab es zwecks Sichtprüfung eine Hilfe in Form eines "Knubbels" im Öleinfüllstutzen....war Dieser nicht mehr von Öl bedeckt,füllte man nach.
Vielleicht hat der Grand Dink ja Ähnliches zwecks Ölstandorientierung.
Wünsche dir jedenfalls auch weiterhin viel Spaß mit dem "Dicken"
Grüße
broke and slow